20. Dezember 2018

Jahresbericht 2018

Die Schweizerische Archäologische Schule in Griechenland (ESAG) ist seit diesem Jahr mit einem neuen Logo unterwegs, das die eretrische Tetradrachme mit dem Oktopus in stark stilisierter Form wiedergibt. Die Erneuerung des Logos ist Teil einer Kampagne zur besseren Visibilität der ESAG im kommunikativen Bereich. Dazu gehört auch eine neu überarbeitete Website, die nun unter der Adresse esag.swiss zu finden ist, sowie die offizielle Aufschaltung des Facebook-Seite facebook.com/esag.swiss, die zur Verbreitung wichtiger Informationen genutzt werden kann.

Die in Zusammenarbeit mit der Schweizer Botschaft organisierte Jahreskonferenz der Schweizerischen Archäologischen Schule in Griechenland (ESAG), die am 8. März 2018 im Fonds National de la Recherche in Athen stattfand, stand ganz im Zeichen der Grabungen in Amarynthos. Karl Reber und Tobias Krapf berichteten vor einem zahlreich erschienenen Publikum über die Entdeckung und die Ausgrabung des Heiligtums der Artemis Amarysia, Denis Knoepfler präsentierte die Geschichte dieses Heiligtums anhand der epigraphischen und literarischen Zeugnisse. Zwei ähnliche Veranstaltungen fanden am 30. Mai in der Fondation Hardt in Vandoeuvres und am 1. Juni in der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres in Paris in Anwesenheit der Generalsekretärin des griechischen Kulturministeriums, Frau Maria Andreadaki-Vlazaki, statt.

Bei dem vom Schweizerischen Nationalfonds organisierten Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder gewann ein von Guy Ackermann und Rocco Tettamanti auf der Grabung im Gymnasion von Eretria geschossenes Photo, das den Moment der Entdeckung der Hand einer Marmorstatue zeigt, den 1. Preis in der Kategorie «Orte und Werkzeuge». Die Preisverleihung fand am 9. Mai 2018 in Biel statt.

Ausgrabungen und Forschungen

Vom 25. 6. bis 3.8. fand die diesjährige Grabungskampagne in Amarynthos statt. Dank der Zuwendung des eidgenössischen Departementes für Wirtschaft, Bildung und Forschung konnten weitere, an das Grabungsareal angrenzende Grundstücke erworben werden, die eine Ausdehnung der Grabungen insbesondere nach Westen erlaubten. Dabei kamen nicht nur weitere Bauten des Heiligtums zum Vorschein, darunter ein Fundament, das vielleicht zu einem Altar gehört haben könnte, sondern auch mehrere Objekte, welche die Zuweisung des Heiligtums an Artemis auf schönste Art bestätigen. Die Rede ist vor allem von dem Bronzeköcher, der sicher zu einer Statuette der Artemis gehört hatte.

Eine zweite Grabung fand vom 20.8. bis 14.9. in der südlichen Palästra von Eretria unter der Leitung von Guy Ackermann und Geoffroy Luisoni statt. Dabei ging es vor allem um das Auffinden von Keramikscherben, welche die Datierung der einzelnen Bauphasen eingrenzen können. Dass dabei gleich mehrere kleine Depots, so genannte pyrai zum Vorschein kamen, war besonders erfreulich, zumal Sarah Paudex aktuell das Thema der pyrai von Eretria in ihrer Masterarbeit an der Universität Lausanne behandelt.

Wie in den vergangenen Jahren unterstützte die ESAG auch die von Julien Beck, Universität Genf, in Zusammenarbeit mit Angeliki Simosi, ehem. Vorsteherin der Ephorie für Unterwasser-Archäologie, und Despina Koutsoumba initiierte Unterwasser-Grabung in der Bucht von Lambayanna / Kiladha.

Dank

Die Aktivitäten der Schweizerischen Archäologischen Schule in Griechenland wären nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung zahlreicher Personen und Institutionen, denen unser herzlichster Dank gilt. Zu danken haben wir der neuen Vorsteherin der Ephorie Euböas, Frau Angeliki Simosi sowie dem verantwortlichen Archäologen für Eretria und Amarynthos, Herrn Kostas Boukaras für die gute und enge Zusammenarbeit.

Unser Dank gilt auch dem griechischen Ministerium für Kultur und Sport für die Grabungsbewilligungen, der ehemaligen Vorsteherin der Ephorie Euböa und neuen Vorsteherin der Ephorie für Unterwasser-Archäologie, Frau Pari Kalamara, sowie der Partnerin im Ausgrabungsprojekt Amarynthos, Frau Amalia Karapaschalidou.

Wie immer fanden unsere Aktivitäten in Eretria und in Amarynthos in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den lokalen Kulturvereinen statt. Unser Dank gilt der Bürgermeisterin von Eretria und Amarynthos, Amphitriti Alimbaté, dem Gemeinderat sowie dem Kulturverein unter der Leitung von Antonios Karavas.

Danken möchten wir auch dem scheidenden Botschafter der Schweiz in Griechenland, SE Hans-Rudolf Hodel, dem neuen Botschafter, SE Olaf Kjelsen sowie der Botschafterin von Griechenland in der Schweiz, SE Hara Skolarikou, die unsere Projekte mit grossem Interesse unterstützt haben.

Ferner danken wir auch den Mitarbeitern des Museums von Eretria, insbesondere Sophia Katsali, Archäologin, und Stavroula Parissi, Kustodin.

In der Schweiz gilt unser Dank in erster Linie den Mitgliedern des Stiftungsrates und des Beirats.

Zahlreiche Helfer hinter den Kulissen haben die ESAG im administrativen Bereich unterstützt: von der Personalabteilung der Universität Lausanne Sébastien Favre und Antoine Joandel, von der Finanzabteilung Dilek Gungor, sowie Mireille Rinsoz und Sandrine Michoud — ihnen allen gebührt unser herzlichster Dank.

Von finanzieller Seite her wurden unsere Forschungen und Aktivitäten von einer Reihe von Donatoren und Mäzenen unterstützt : Wir danken besonders dem Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), dem eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung, dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), der Universität Lausanne sowie den anderen Schweizer Universitäten, der Stiftung Isaac Dreyfus-Bernheim, der Fondation de Famille Sandoz, der Stiftung Stavros S. Niarchos, der Fondation Théodore Lagonico, der Fondation Afenduli sowie zahlreichen privaten Donatoren